Manége der (Un-)Sicherheiten im Designkaufhaus Zwischenzeit: Queere Bühnenkunst für Augsburg


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Ein Abend voller Zuspitzung, Zirkusbilder und politischer Wucht
Mit Manége der (Un-)Sicherheiten öffnet sich in Augsburg ein Bühnenraum, der Wortkunst, Körperpräsenz und gesellschaftliche Anklage zu einem dichten Theatererlebnis verschmilzt. Die Performance von Aiden Lane Ziegler startet am Donnerstag, 4. Juni 2026, um 20:00 Uhr in der Annastraße 16 und bildet den Auftakt der Prideweek. Im Anschluss vertieft ein Publikumsgespräch die Eindrücke dieses kurzen, pointierten Abends.
Zwischen Manege und Meinungsstreit
Schon der Titel setzt ein klares Zeichen: Hier wird nicht dekoriert, hier wird verhandelt. Die Performance arbeitet mit dem Bild der Manege und verbindet es mit dem diesjährigen CSD-Motto Augsburgs sowie dem Friedensfest-Motto. Drei Protagonist*innen führen eine verbale Jonglage vor, in der Unsicherheit nicht als Schwäche erscheint, sondern als politisch aufgeladenes System, das Othering produziert und verstärkt. Das Resultat ist ein Bühnenstück mit scharfem Blick auf Macht, Zuschreibungen und Ausschlüsse.
Dramaturgie mit Haltung
Die Inszenierung setzt auf Verdichtung statt Ausuferung. Gerade die Kürze des Stücks schafft Spannung: Jede Szene, jeder Satz, jede Bewegung trägt Gewicht. Die Performance bewegt sich an der Schnittstelle von Theaterkunst, Aktivismus und poetischer Zuspitzung. Wer zeitgenössische Dramaturgie schätzt, erlebt hier ein Stück, das nicht auf große Effekte setzt, sondern auf Präzision, Rhythmus und eine klare politische Sprache.
Ein Publikumsgespräch als Nachhall
Besonders reizvoll ist der direkte Übergang vom Bühnenerlebnis in das Publikumsgespräch. So bleibt der Abend nicht beim Applaus stehen, sondern öffnet einen Raum für Reaktion, Einordnung und Austausch. Genau darin liegt die Stärke solcher Formate: Die Theateratmosphäre endet nicht mit dem Schlussbild, sondern trägt sich in die Diskussion hinein. Für Kulturinteressierte entsteht ein Abend, der künstlerische Erfahrung und gesellschaftliche Reflexion eng verbindet.
Ort mit urbanem Charme
Das Designkaufhaus Zwischenzeit in der Annastraße 16 verleiht der Aufführung einen ungewöhnlichen Rahmen. Der Pop-up-Ort steht für Zwischennutzung, Offenheit und urbane Bewegung. In solch einem Raum bekommt eine Performance mit queerer Perspektive besondere Resonanz: nah an der Stadt, nah am Publikum, nah an den Fragen der Gegenwart.
Warum sich der Besuch lohnt
Manége der (Un-)Sicherheiten verspricht ein intensives, politisch waches Theaterereignis mit klarem Profil. Wer sich auf neue Formen, queere Erzählweisen und kluge Bühnenkunst einlässt, findet hier einen Abend mit Reibung, Energie und Substanz. Dieses Live-Erlebnis entfaltet seine Wirkung am stärksten vor Ort.
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