Rotraud von Kulessa in Augsburg: Buchvorstellung über Frauenalter und Literatur


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Literaturgeschichte des Alters: Rotraud von Kulessa stellt ihr neues Buch vor
Wie schreiben Dichterinnen und Autorinnen über das Alter(n) von Frauen? Dieser Frage widmet sich Prof. Dr. Rotraud von Kulessa in ihrer Buchvorstellung „In den besten Jahren“. Über Frauenalter(n) schreiben in Texten von Dichterinnen und Autorinnen der italienischen Literatur von der Renaissance bis in die Gegenwart. Am 27. Oktober 2026 wird im Fugger und Welser Erlebnismuseum eine literaturwissenschaftliche Perspektive auf Körper, Zeit, Weiblichkeit und die Erfahrung des Alterns eröffnet.
Eine gendersensible Kulturgeschichte des Alterns
Die Monografie untersucht literarische Darstellungen alternder Frauen über mehrere Jahrhunderte hinweg. Im Zentrum stehen Kontinuitäten und Brüche in der italienischen Literatur von der Renaissance bis zur Gegenwart. Rotraud von Kulessa verbindet dabei romanistische Literaturwissenschaft mit Gender Studies und Gerontologie. Ihre Analyse macht sichtbar, wie literarische Narrative gesellschaftliche Vorstellungen vom weiblichen Alter prägen, hinterfragen und neu entwerfen.
Körper, Zeit und die Frage nach dem eigenen Leben
Die behandelten Texte führen in einen vielschichtigen Diskurs über Körperbilder, Zeiterfahrung und den Umgang mit dem Tod. Literatur erscheint dabei nicht als bloße Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit, sondern als sprachlicher Raum der Reflexion und Aushandlung. Die Autorinnen schreiben gegen die kollektive Vorstellung an, die Angst vor körperlichem Verfall und Tod einseitig auf die alte Frau projiziert.
Literatur als Ort der Selbstdeutung
Besondere Aufmerksamkeit gilt der weiblichen Auto(r)poiesis und den Entwürfen einer praktischen Lebensphilosophie. Der Begriff verweist auf die schöpferische Kraft, mit der sich weibliche Subjekte in literarischen Texten selbst entwerfen und ihre Position in Geschichte und Gesellschaft behaupten. So entsteht eine Literaturgeschichte, in der Alter nicht ausschließlich als Verlust, sondern auch als Erfahrung, Erkenntnis und Möglichkeit zur Selbstbestimmung erscheint.
Eine Autor-Begegnung mit wissenschaftlicher Tiefe
Rotraud von Kulessa ist Inhaberin des Lehrstuhls für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen französische und italienische Literatur, weibliche Genealogien, Genderdiskurse, kultureller Transfer und die historische Neubewertung literarischer Kanons. Ihre Buchvorstellung verbindet präzise Textanalyse mit einem gesellschaftlich aktuellen Thema und eröffnet Einblicke in die literarische Sprachkunst von der Renaissance bis zur Gegenwart.
Stimmen aus der Wissensvermittlung
Die Ankündigung des Jakob-Fugger-Zentrums hebt die Veranstaltung als Vorstellung eines geförderten wissenschaftlichen Buchprojekts hervor. Im Mittelpunkt stehen Frauen, Alter, Literatur, Italien und die Frage, welche existentielle Funktion Literatur für Therapie, Heilung und persönliche Reflexion entfalten kann.
Fazit: Ein Abend über Alter, Würde und literarische Selbstbestimmung
Die Buchvorstellung im Fugger und Welser Erlebnismuseum verspricht ein anspruchsvolles literarisches Erlebnis für alle, die sich für italienische Literatur, Gender Studies, Kulturgeschichte und die gesellschaftliche Bedeutung des Schreibens interessieren. Wer Literatur als sprachlichen Ort der Erkenntnis erleben möchte, begegnet hier einer Forschung, die vertraute Altersbilder prüft und neue Perspektiven eröffnet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird wegen der begrenzten Plätze empfohlen.
Offizielle Kanäle von Rotraud von Kulessa:
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