RUNNING AWAY IS EASY im Kunstverein Augsburg: Eine Führung über Heimat und Abschied


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Abschied nehmen als künstlerische Erfahrung: Führung im Kunstverein Augsburg
Die Führung durch die Ausstellung RUNNING AWAY IS EASY, IT´S THE LEAVING THAT´S HARD eröffnet einen konzentrierten Zugang zur rund einstündigen Videoinstallation von Mauricio Hölzemann und Pierre-Yves Delannoy. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen an ländliche Herkunftsorte, queere Biografien und die schwierige Bewegung zwischen Weggehen, Zugehörigkeit und bewusstem Abschied.
Videokunst zwischen Dokumentation, Erinnerung und Fiktion
Die Ausstellung präsentiert eine 2025 entstandene Videoarbeit in Farbe, HD, 16:9 und Stereo. Die beiden Künstler kehren gemeinsam an prägende Orte ihrer Kindheit und Jugend zurück: nach Filderstadt in Baden-Württemberg und nach Châlons-en-Champagne in Frankreich. Aus Bolzplätzen, Dorfbrunnen, Feldwegen und Landstraßen werden Orte einer poetischen Werkbetrachtung, in denen persönliche Geschichte und gesellschaftliche Fragen ineinandergreifen.
Heimat als ambivalenter Erinnerungsraum
Die Installation untersucht, weshalb Menschen ihre ländliche oder kleinstädtische Heimat verlassen, welche Hoffnungen mit dem Aufbruch verbunden sind und welche Spuren ein solcher Abschied hinterlässt. Hölzemann und Delannoy verbinden dokumentarische Nähe mit Fiktion, Humor und performativen Momenten. Spontane Aussagen, Stimmen aus dem Off und bewusst gesetzte Brüche erzeugen eine bewegliche Erzählform zwischen Authentizität und künstlerischer Konstruktion.
Queere Perspektiven und ästhetische Erfahrung
Als queere Künstler verhandeln Mauricio Hölzemann und Pierre-Yves Delannoy Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Selbstaneignung. Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus flirrenden Sommertagen, scheinbar ereignislosen Landschaften und einer ruhigen, zugleich eindringlichen Bildsprache. In der ästhetischen Erfahrung wird sichtbar, wie persönliche Erinnerung Orte verändert und wie ein früherer Aufbruch im Rückblick eine neue Bedeutung erhält.
Künstlerische Zusammenarbeit und kunsthistorische Einordnung
Das Künstlerduo lebt und arbeitet in München. Ihre performativ-medialen Arbeiten wurden unter anderem im Goethe-Institut Paris, im Münchner Haus der Kunst, in der AkademieGalerie München und im space n.n. gezeigt. Pierre-Yves Delannoy verbindet Architektur, Medienkunst, Performance und poetische Materialforschung; Mauricio Hölzemann bringt Erfahrungen aus Schauspiel, Theaterpädagogik, Performance und Videokunst ein. Ihre gemeinsame Praxis bewegt sich damit an der Schnittstelle von zeitbasierter Kunst, Film, Installation und autobiografischer Recherche.
Das erwartet Besucherinnen und Besucher
Die Führung richtet den Blick auf die Bilddramaturgie, die Erzählstruktur und die gesellschaftlichen Dimensionen der Videoinstallation. Sie lädt dazu ein, über Heimat, Loslassen und die Möglichkeit eines nachträglichen Abschieds nachzudenken. Das Kunsterlebnis verbindet kulturelle Bildung mit einer sinnlichen Werkbetrachtung und macht die Ausstellung als intimen, humorvollen und zugleich politisch relevanten Erinnerungsraum erfahrbar.
Fazit: Eine Ausstellung über das schwierige Loslassen
Die Führung im Kunstverein Augsburg verspricht eine vertiefte Begegnung mit einer eindringlichen Videoinstallation über Herkunft, Identität und Abschied. Kunstinteressierte erleben eine Ausstellung, die persönliche Biografie mit gesellschaftlicher Realität verbindet und vertraute Orte neu lesbar macht. Wer zeitgenössische Videokunst, queere Perspektiven und poetische Formen der Erinnerung entdecken möchte, sollte dieses Kunsterlebnis unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Mauricio Hölzemann und Pierre-Yves Delannoy:
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