Hella Santarossa

Quelle: Wikipedia

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Hella De Santarossa: Die radikale Bildsprache einer Cross-Art-Pionierin
Eine Künstlerin, die Malerei, Glas, Performance und Film zu einer unverwechselbaren Handschrift verbindet
Hella Santarossa, seit 2002 auch Hella De Santarossa, gehört zu den markantesten deutschen Künstlerinnen der Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Geboren 1949 in Düsseldorf-Kaiserswerth, arbeitete sie früh an einer Kunst, die keine Disziplingrenzen akzeptiert und sich stattdessen als offenes Feld zwischen Malerei, Glas, Bildhauerei, Fotografie und Film versteht. Ihre Werke sind im Berliner Reichstag, im öffentlichen Raum, in Kirchen, Museen und Sammlungen präsent und machen ihren Namen bis heute mit dem neoexpressionistischen Aufbruch der Jungen Wilden verbunden. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Biografie: Von Düsseldorf über West-Berlin in die internationale Kunstszene
Der künstlerische Weg von Hella De Santarossa beginnt mit einer Ausbildung zur Glasmalerin und führt sie in den 1970er Jahren nach Berlin, wo sie an der Hochschule der Künste bei K. H. Hödicke studierte und 1979 Meisterschülerin wurde. In dieser Zeit gehörte sie zur West-Berliner Szene der „Jungen Wilden“, die mit spontaner, heftiger, figurativer Malerei auf die Kunstdebatten der Zeit reagierte. Schon früh verband sie ein starkes Interesse an sinnlicher Farbe, expressiver Geste und an der Überwindung akademischer Regeln mit einem ausgeprägten Bewusstsein für Material und Raum. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Die Biografie der Künstlerin ist auch eine Geschichte internationaler Bewegung. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem 1979 an das Art Institute in San Francisco, später nach Florenz, Rom und Olevano sowie 1984 auf eine Brasilienreise auf Einladung der Goethe-Institute. Diese Erfahrungen hinterließen sichtbare Spuren in ihrem Werk, das sich immer wieder mit Orten, Kulturen und rituellen Bildwelten auseinandersetzt. Der Austausch mit internationalen Kunstkontexten verhalf ihr zu früher Sichtbarkeit und stärkte ihren Ruf als eigenständige Position jenseits modischer Zuschreibungen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Karriere: Ausstellungen, Lehre und öffentliche Aufträge
Parallel zur eigenen künstlerischen Entwicklung übernahm Hella De Santarossa ab 1982 Gastprofessuren, unter anderem in Berlin, Oslo, London, Sydney und Melbourne. Das verweist nicht nur auf Anerkennung im akademischen Betrieb, sondern auch auf ihre Rolle als Vermittlerin einer künstlerischen Haltung, die Prozess, Experiment und Grenzüberschreitung in den Mittelpunkt stellt. Von 1987 bis 1996 leitete sie zudem die Geschäfte der elterlichen Firma und blieb dennoch konsequent produktiv im Atelier und in Ausstellungen präsent. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Besonders prägend für ihre Karriere sind Arbeiten im öffentlichen Raum. 1987 gewann sie den Wettbewerb zur Neugestaltung des Theodor-Heuss-Platzes mit dem Glas-Brunnen-Objekt „Blauer Obelisk“, das 1995 fertiggestellt wurde und bis heute als Symbol einer künstlerischen Intervention im Stadtraum gilt. Ebenso bekannt ist ihr 30 Meter langer Bildfries „Der rot-weiße Karren“, den sie 1988 schuf und der seit 2001 im SPD-Fraktionssaal im Reichstag hängt. Solche Projekte verbinden künstlerische Autorschaft mit politischem und gesellschaftlichem Gedächtnis. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Werkentwicklung: Neoexpressionismus, Cross-Art und Materialüberschreitung
Stilistisch steht Hella De Santarossa für einen expressiven, figurativen und neoexpressionistischen Zugriff, der nicht im klassischen Tafelbild endet. Ihre Arbeiten überschreiten konsequent Stil- und Materialgrenzen und wurden deshalb später unter dem Begriff „Cross-Art“ rezipiert. Genau darin liegt ihre Besonderheit: Malerei wird bei ihr nicht als abgeschlossene Gattung behandelt, sondern als Teil eines erweiterten künstlerischen Systems, in dem Glas, Installation, Performance und Film inhaltlich und formal miteinander verschmelzen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Die Künstlerin selbst beschrieb ihren Ansatz als offenes Arbeiten mit Materialien und Kontexten, wobei Licht eine wesentliche Triebfeder ihrer Kunst bildet. Besonders sichtbar wird das in ihren Glasarbeiten und Fensterprojekten für Kirchen, die religiöse Themen nicht bloß illustrieren, sondern in eine zeitgenössische Bildsprache übersetzen. Werke wie die Fenster des Christus-Pavillons auf der Expo 2000 in Hannover oder die Glasfenster in der Heilig-Geist-Kirche Heidelberg zeigen ihre Fähigkeit, sakrale Räume mit moderner Ausdruckskraft neu zu definieren. ([evangelische-zeitung.de](https://evangelische-zeitung.de/cross-art-kuenstlerin-hella-de-santarossa-wird-75-jahre-alt))
Thematische Tiefe: Geschichte, Ritual, Natur und gesellschaftlicher Raum
Inhaltlich kreist das Werk von Hella De Santarossa um Geschichte, Bewegung, Ritual und Transformation. Ihre Brasilienreise der 1980er Jahre mündete in Arbeiten wie „Heiße Erde“ beziehungsweise „Terra Quente“, in denen afrobrasilianischer Geisterglaube, Tanz und synkretistische Religiosität in expressiver Bildform verdichtet werden. Die Serie wurde 1985 in Berlin, auf der Bienal de São Paulo und später im Museumskontext gezeigt und belegt, wie stark ihre Kunst auf kulturelle Erfahrungen und visuelle Verdichtung reagiert. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Auch urbane und politische Motive spielen eine wichtige Rolle. In Berlin entwickelte De Santarossa mit dem „Blauen Obelisken“ und der „Zeitnadel“ Arbeiten, die sich in die Stadt einschreiben und zugleich Freiheit, Erinnerung und kulturelle Präsenz thematisieren. Mit dem Reichstagsfries „Der rot-weiße Karren“ verband sie politische Geschichte mit monumentaler Bildrhetorik und zeigte, dass ihre Kunst nicht im autonomen Raum verharrt, sondern in die gesellschaftliche Wirklichkeit hineinwirkt. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Rezeption und kultureller Einfluss
Die Rezeption von Hella De Santarossa verortet sie klar in der Generation der „Jungen Wilden“, deren spontane, heftige Malerei den frühen 1980er Jahren ihren spezifischen Impuls gab. Museen und Galerien beschreiben ihre Arbeiten als hybrid, maverick-artig und von einer unabhängigen, nahezu eigensinnigen Haltung geprägt. Dass ihre Werke heute im Reichstag, in Kirchen, im öffentlichen Raum und in Sammlungen vertreten sind, unterstreicht ihre kulturelle Reichweite und ihre dauerhafte Sichtbarkeit im deutschen Kunstgedächtnis. ([cbreichertgalerie.de](https://www.cbreichertgalerie.de/hella-santerossa))
Ihre Bedeutung liegt nicht allein in einzelnen Schlüsselwerken, sondern in der konsequenten Erweiterung des Kunstbegriffs. De Santarossa dachte Bildende Kunst als Cross-Art lange bevor Interdisziplinarität zum Kuratorenwort wurde, und genau deshalb bleibt ihr Werk für heutige Betrachter relevant. Es zeigt, wie sich expressives Malen, Glasmalerei, Raumkunst und performative Verfahren zu einer unverwechselbaren künstlerischen Identität verdichten können. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Aktuelle Relevanz und fortdauernde Präsenz
Auch im hohen Alter bleibt Hella De Santarossa eine aktive und anerkannte Figur des Kunstbetriebs. 2024 wurde anlässlich ihres 75. Geburtstags erneut hervorgehoben, dass sie weiterhin als Malerin, Bildhauerin, Fotografin, Filmemacherin und Glaskünstlerin wahrgenommen wird, während aktuelle Pressemitteilungen Projekte wie „Terra Quente“ im museum fluxus+ dokumentieren. Die Künstlerin ist damit nicht nur Teil der Kunstgeschichte, sondern auch Teil des gegenwärtigen Ausstellungsdiskurses. ([evangelische-zeitung.de](https://evangelische-zeitung.de/cross-art-kuenstlerin-hella-de-santarossa-wird-75-jahre-alt))
Fazit: Warum Hella De Santarossa fasziniert
Hella De Santarossa fasziniert, weil sie künstlerische Freiheit nie als Pose, sondern als Methode versteht. Ihre Arbeiten verbinden expressiven Furor mit präziser Materialkenntnis, öffentliche Sichtbarkeit mit intimer Bildsymbolik und politische Geschichte mit sinnlicher Formkraft. Wer ihre Kunst erlebt, begegnet einer konsequenten, eigenwilligen Position der deutschen Gegenwartskunst, die in der Galerie ebenso überzeugt wie im Stadtraum oder im sakralen Kontext. Wer sie live oder im Original sieht, erkennt die ganze Energie einer Künstlerin, die Grenzen nicht akzeptiert, sondern produktiv überschreitet. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Santarossa))
Offizielle Kanäle von Hella Santarossa:
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Quellen:
- Wikipedia – Hella Santarossa
- C&B Reichert Galerie Berlin – Hella De Santarossa
- museum FLUXUS+ – Pressemitteilung „Terra Quente“
- Hella Santarossa – Biografie / Website
- Lichtungen – Künstlerprofil Hella Santarossa
- Tagesspiegel – „Im Strudel der Geister“
- Evangelische Zeitung – „Cross-Art-Künstlerin“ wird 75
