Halli Galli im Staatstheater Augsburg: Eine Show über Erinnerung und Unterhaltung


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Halli Galli: Wenn Unterhaltung Geschichte schreibt
Ein Showmaster, ein Millionenpublikum und die verdrängten Brüche einer jungen Bundesrepublik: Mit Halli Galli (eine Show ohne Hans Rosenthal) bringt das Staatstheater Augsburg ein neues Schauspiel von Felix Krakau auf die Bühne. Die Aufführung in der brechtbühne im Gaswerk verbindet die schillernde Welt der Fernsehshows mit einer biografischen und gesellschaftlichen Spurensuche.
Zwischen Fernsehglanz und deutscher Erinnerung
Hans Rosenthal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der bekanntesten Entertainer der Bundesrepublik. Als jüdischer Überlebender des Holocaust verkörperte er zugleich den Neubeginn und die Widersprüche einer Gesellschaft, die sich mit dem Erinnern schwertat. Die Inszenierung richtet den Blick auf jene Zeit, in der Wirtschaftswunder, große Samstagabendshows und das Motto immer weiter eng zusammengehörten.
Die Dramaturgie des Lachens
Felix Krakau fragt in seinem Auftragswerk, ob Unterhaltung um jeden Preis möglich ist. Die Dramaturgie bewegt sich zwischen Showtreppe und Schattenzone, zwischen öffentlicher Publikumsbegeisterung und persönlicher Geschichte. Gerade dieser Kontrast verleiht dem Schauspiel seine Spannung: Das Lachen erscheint nicht nur als leichte Geste, sondern auch als kulturelle und politische Kraft.
Eine Inszenierung mit Sinn für Atmosphäre
David Ortmann führt Rosenthals Weg auf die Bühne in einer Inszenierung nach, die Fernsehgeschichte als Theaterereignis erfahrbar macht. Bühnenbild, Kostüme, Licht und musikalische Leitung greifen die Ästhetik der Unterhaltung auf und öffnen zugleich Räume für Nachdenklichkeit. Die brechtbühne im Gaswerk bietet dafür einen markanten Spielort: industriell geprägt, unmittelbar und offen für eine Bühnenkunst, die ihr Publikum nicht auf Distanz hält.
Uraufführung im Staatstheater Augsburg
Halli Galli (eine Show ohne Hans Rosenthal) ist als Uraufführung Teil der Schauspielspielzeit 2026/27. Zur künstlerischen Ausstattung gehören Stefan Leibold in der musikalischen Leitung, Steffi Wurster für das Bühnenbild, Katja Schröpfer für die Kostüme, Alexander Cappek für das Licht und Mara Goga für die Dramaturgie. Vor Vorstellungsbeginn ist eine Einführung um 19:00 Uhr angekündigt.
Fazit: Ein Bühnenerlebnis zwischen Show und Verantwortung
Das Publikum erwartet kein nostalgisches Fernsehporträt, sondern ein vielschichtiges Bühnenerlebnis über Erinnerung, Öffentlichkeit und die Macht der Unterhaltung. Wer Theateratmosphäre, historische Einordnung und gegenwärtige Schauspielkunst in einer außergewöhnlichen Inszenierung erleben möchte, findet in Augsburg einen Abend mit Nachhall. Sichern Sie sich Karten für dieses besondere Schauspiel im Gaswerk.
Offizielle Kanäle von Staatstheater Augsburg:
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