Lebenslinien 2.0 in Augsburg: Ein bewegender Abend des Erinnerns


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Lebenslinien 2.0: Erinnerung bekommt eine persönliche Stimme
Am Sonntag, 8. November 2026, lädt das Jüdische Museum Augsburg Schwaben gemeinsam mit dem Sensemble Theater zu einem besonderen Abend des Erinnerns ein. Bei Lebenslinien 2.0 steht die Geschichte von Michael Guggenheimer im Mittelpunkt – ein persönlicher Blick auf die Nachwirkungen der Schoa und auf eine Augsburger Familiengeschichte, die bis in die Gegenwart reicht.
Ein Abend zum Gedenken an das Novemberpogrom
Die Veranstaltung führt mitten hinein in die Lebenswege der zweiten und dritten Generation. Michael Guggenheimer wurde in Tel Aviv als Sohn eines Augsburgers und einer Görlitzerin geboren. Seine Großeltern Julius und Anna Guggenheimer lernte er nie kennen: Sie nahmen sich 1943 das Leben, nachdem sie erfahren hatten, dass ihre Deportation unmittelbar bevorstand.
Im Zentrum stehen Fragen, die über die individuelle Familiengeschichte hinausweisen: Warum blieben Menschen trotz drohender Verfolgung in Deutschland? Wie wirken Verlust, Flucht und Schweigen über Generationen hinweg? Das Veranstaltungserlebnis verbindet historische Einordnung mit persönlicher Erinnerung und schafft Raum für konzentriertes Zuhören.
Lebensgeschichten aus Augsburg und ihre Wirkung
Das Zeitzeugenprojekt LEBENSLINIEN wurde 2002 vom Jüdischen Museum Augsburg Schwaben und dem Sensemble Theater ins Leben gerufen. Seit 2019 wird die Reihe als LEBENSLINIEN 2.0 fortgeführt. Im Fokus stehen Nachfahrinnen und Nachfahren der Augsburger Vorkriegsgemeinde, die berichten, wie die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in ihren Familien nachwirkt.
Die Organisation verbindet historisch fundierte Erinnerungsarbeit mit einer unmittelbaren Publikumsansprache. In der konzentrierten Atmosphäre des Sensemble Theaters entsteht ein Ort für Reflexion, Fragen und Austausch. Damit richtet sich der Abend an Menschen, die sich für jüdische Geschichte, Erinnerungskultur, Familienbiografien und gesellschaftliche Verantwortung interessieren.
Eine Veranstaltung mit nachhaltigem Eindruck
Lebenslinien 2.0 macht Geschichte nicht abstrakt, sondern erfahrbar: durch Namen, Beziehungen, Entscheidungen und die Stimmen der Nachkommen. Die Publikumsstimmung lebt von Aufmerksamkeit und Respekt – ein Abend, der nachwirkt und den Blick auf Augsburgs jüdische Vergangenheit schärft.
Fazit: Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Veranstaltung zwischen Gespräch, Gedenken und historischer Bildungsarbeit. Wer Erinnerungskultur persönlich erleben und mehr über die Lebenswege einer Augsburger Familie erfahren möchte, findet im Sensemble Theater einen passenden Rahmen.
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