Auf den Spuren von Brechts Solidaritätslied im Brechthaus Augsburg


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Matinee im Brechthaus: Brechts Solidaritätslied neu hören, neu denken
Eine Vormittagsstunde für Kopf und Herz: Im Brechthaus Augsburg entfaltet eine Matinee die Geschichte und Gegenwart von Brechts Solidaritätslied. Zwischen künstlerischer Interpretation und historischer Tiefenschärfe entsteht ein Bühnenerlebnis, das Gemeinschaft hörbar macht und die Theateratmosphäre des Hauses atmen lässt.
Zwischen Kunst und Haltung: Dramaturgie eines Liedes
Das Solidaritätslied – Text von Bertolt Brecht, Musik von Hanns Eisler – prägte die späten Weimarer Jahre und fand mit Ernst Busch eine ikonische Stimme. Die Matinee zeichnet die Inszenierungsgeschichte dieser Kampfhymne nach: vom Film Kuhle Wampe bis zu Exilstationen, in denen Lied und Haltung zusammenrückten. Der Fokus liegt auf der performativen Energie: Rhythmus, Kolorit der Stimmen, das Wechselspiel von Deklamation und Gesang – alles Elemente, die das Lied zur theatrale Geste der Solidarität machen.
1933/1934 in den Niederlanden: Hein Kohn und Ernst Busch
Im Exil trafen Produktion und Publizistik aufeinander: Der Verleger Hein Kohn veröffentlichte in Amsterdam Aufnahmen mit Ernst Busch, wodurch das Repertoire Brecht/Eisler internationale Verbreitung fand. Die Matinee beleuchtet diese Konstellation historisch und ästhetisch – als Beispiel dafür, wie Dramaturgie, Publikationsstrategien und politische Öffentlichkeit ineinandergreifen.
Musikalische Impulse: Interpretation im Raum
Karla Andrä setzt musikalische und szenische Akzente. In der Nahdistanz des Museumsraums entstehen präzise Bilder: eine Stimme trifft auf den hölzernen Klangkörper des Hauses, Licht fällt über die Stufen der Treppe, Atem, Artikulation, Akustik verschmelzen. So wird das Lied nicht zitiert, sondern gegenwärtig gespielt – eine kleine Regiearbeit über Tempo, Pausen, Blickkontakte.
Kontext und Gespräch: Moderation mit Profil
Die Moderation von Dr. phil. Ingvild Richardsen (Dozentin, Autorin, Ausstellungskuratorin) und Uta Löhrer (Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) rahmt das Programm mit kenntnisreicher Dramaturgie: Quellen werden eingeordnet, Begriffe geschärft, historische Linien in die Gegenwart verlängert. Publikum und Podium bilden eine Ensemble-Situation, in der Fragen zu Ästhetik, Verantwortung und Publikumsreaktion verhandelt werden.
Das Brechthaus als Bühne der Erinnerung
Brechts Geburtshaus ist ein intimer Spielort. Vitrinen, Wände, Holztreppen – ein Bühnenbild, das Geschichte nicht museal abstellt, sondern sinnlich aktiviert. Die Lichtstimmung des Vormittags, die Nähe der Exponate, die Konzentration des Publikums: Alles wirkt wie ein Kammerspiel über Klang, Exil und Zusammenhalt.
Fazit: Diese Matinee macht hörbar, warum das Solidaritätslied mehr als ein historisches Dokument ist. Wer die verbindende Kraft von Kunst erleben will, findet hier eine dichte Stunde Musiktheater im Kleinen – präzise, bewegend, diskursstark. Jetzt live erleben und den Ruf nach Gemeinschaft im eigenen Resonanzraum prüfen.
Offizielle Kanäle von Brechthaus Augsburg:
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- Website: https://www.brechthaus-augsburg.de/










