
Judengasse 3, Binswangen
Judengasse 3, 86637 Binswangen, Germany
Synagoge Binswangen | Besichtigung & Veranstaltungen
Die Alte Synagoge Binswangen in der Judengasse 3 ist weit mehr als ein historisches Gebäude. Sie ist ein Ort, an dem die jüdische Geschichte des Dorfes sichtbar bleibt, an dem Erinnerung gepflegt wird und an dem Kultur heute wieder selbstverständlich stattfindet. Wer nach einer Synagoge in Binswangen sucht, findet hier keine anonyme Sehenswürdigkeit, sondern ein Haus mit klarer Identität: ein ehemaliges Gotteshaus, das nach schweren Brüchen des 20. Jahrhunderts umfassend restauriert wurde und heute als Begegnungsstätte, Lernort und Veranstaltungsraum dient. Der besondere Reiz liegt in dieser Verbindung von Baugeschichte, Dorferinnerung und lebendiger Nutzung. Besucher können das Haus nach Voranmeldung kostenlos besichtigen, Führungen buchen und auf Wunsch auch den jüdischen Friedhof am Ortsrand von Buttenwiesen einbeziehen. Damit wird die Synagoge zu einem kompakten, aber sehr dichten Zugangspunkt für jüdisches Landleben in Bayerisch-Schwaben. Die regionalen Quellen betonen außerdem die außergewöhnliche architektonische Bedeutung: Das Gebäude gehört zu den frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Elementen in Deutschland und prägt bis heute das Ortsbild von Binswangen. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Besichtigung nach Voranmeldung und Führungen
Für viele Besucher ist die Frage nach der Besichtigung die wichtigste überhaupt, und genau hier bietet die Alte Synagoge Binswangen eine sehr klare Lösung. Der Förderkreis Synagoge Binswangen teilt mit, dass das Haus nach Voranmeldung besucht werden kann; der Eintritt ist frei. Als Kontakt wird die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau genannt, außerdem werden feste Bürozeiten am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 8 und 12 Uhr angegeben. Das ist für die praktische Planung besonders hilfreich, weil man nicht auf eine klassische tägliche Museumsöffnung angewiesen ist, sondern den Besuch gezielt abstimmen kann. Wer sich für eine Führung entscheidet, erhält zusätzlich fachkundige Begleitung. Laut offizieller Seite vermittelt die Geschäftsstelle bei Bedarf Führungen durch kompetente Personen, und auf Wunsch kann dabei auch der Film „Die Shul bewahren …“ gezeigt werden, der die Geschichte der Juden in Binswangen und Schwaben sowie die Entwicklung der Synagoge erläutert. Genau das macht den Besuch so wertvoll: Man sieht nicht nur Räume, sondern versteht auch die geschichtliche Tiefe des Ortes. Für Gruppen, Schulklassen oder Vereine ist zudem interessant, dass sich der Besuch mit einer Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen kombinieren lässt. Diese Verknüpfung schafft einen größeren historischen Zusammenhang und macht die Synagoge zu einem idealen Ausgangspunkt für einen thematischen Rundgang. Da die offizielle Website klare Voranmeldung empfiehlt, ist eine frühe Terminabsprache sinnvoll, besonders wenn mehrere Personen kommen oder ein thematischer Führungswunsch besteht. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Alten Synagoge
Die Alte Synagoge Binswangen ist heute nicht nur Erinnerungsort, sondern auch ein aktives Kulturzentrum. Der Förderkreis beschreibt die Nutzung ausdrücklich als vielfältig: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Festakte und schulische Veranstaltungen inklusive Unterricht finden hier statt. Das Gebäude kann gegen einen Unkostenbeitrag sogar für eigene Veranstaltungen gemietet werden, was seine Rolle als lebendiger Ort im Dorf und in der Region unterstreicht. Gerade diese doppelte Funktion ist bemerkenswert: Die Synagoge bleibt als Denkmal sichtbar, wird aber nicht museal erstarrt, sondern in einem verantwortungsvollen Rahmen weiter genutzt. In jüngeren Veranstaltungsankündigungen zeigt sich die Bandbreite besonders deutlich. So standen und stehen in der Alten Synagoge unter anderem A-cappella-Pop und Jazz mit JABEC, Klezmer- und Erinnerungskonzepte mit dem Ensemble Feygele sowie ein Jubiläumskonzert mit Duo Burstein & Legnani auf dem Programm. Auch die Gemeinde Binswangen veröffentlicht Veranstaltungshinweise zur Alten Synagoge, was bestätigt, dass der Ort in das aktuelle kulturelle Leben eingebunden bleibt. Inhaltlich passt diese Nutzung sehr gut zur Geschichte des Hauses: Musik, Lesung und Ausstellung sind Formate, die einerseits Konzentration und Nähe ermöglichen, andererseits die Erinnerung an jüdisches Leben respektvoll sichtbar machen. Wer eine Synagoge in Binswangen mit echtem kulturellem Mehrwert sucht, findet hier also keinen reinen Gedenkort, sondern einen Ort, an dem Gegenwart und Vergangenheit zusammenkommen. Das ist für Besucher, Schulen, Vereine und Kulturinteressierte gleichermaßen attraktiv und erklärt, warum die Alte Synagoge weit über die Gemeinde hinaus bekannt ist. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Binswangen
Die Geschichte der Synagoge ist ohne die jüdische Gemeinde Binswangen nicht zu verstehen. Auf der offiziellen Seite des Förderkreises werden erste Nachweise von Juden in Binswangen für die Jahre 1525, 1531 und 1536 genannt. Später wird ein jüdischer Friedhof im Jahr 1663 angelegt, und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebt die Gemeinde eine Phase starker Größe und Selbstorganisation. Für 1808 nennt die Quellenlage 69 jüdische Haushalte mit 291 Personen, die in Binswangen vor allem vom Handel und von lokalen Wirtschaftsbeziehungen lebten. Die alte Synagoge, die erstmals 1609 erwähnt wird, war schließlich zu klein geworden, weshalb die Gemeinde 1833 den Beschluss fasste, eine neue „Schul“ auf dem Platz der alten Synagoge zu bauen. Die Einweihung des neuen Gotteshauses erfolgte 1837. Dieses Datum ist nicht nur für Binswangen wichtig, sondern auch für die jüdische Baugeschichte in Süddeutschland, denn das Haus wurde später als bedeutender historistischer und neomaurischer Bau erkannt. Die dunkle Zäsur kam in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, als die Inneneinrichtung geplündert und zerstört wurde. Dass das Gebäude selbst nicht in Flammen aufging, lag nach dem Förderkreis an der engen Bebauung und der dadurch entstehenden Brandgefahr. In den folgenden Jahren wurde das Haus verschieden genutzt, unter anderem als Lager- und Depotraum, bevor es 1987 in den Besitz des Landkreises Dillingen an der Donau kam. Nach umfassender Renovierung wurde es 1996 als Alte Synagoge Binswangen wiedereröffnet. Diese Abfolge aus Blüte, Verfolgung, Verlust und Wiedergewinnung prägt den Ort bis heute und macht ihn zu einem wichtigen Erinnerungsraum des jüdischen Lebens in Schwaben. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/juedisches-leben/in-binswangen/))
Architektur im neomaurischen Stil und Denkmalwert
Architektonisch gehört die Synagoge Binswangen zu den bemerkenswertesten Synagogenbauten in Bayern. Das Haus wurde 1836/37 errichtet und gilt in regionalen und fachlichen Quellen als eine der frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Stilelementen. Das Haus der Bayerischen Geschichte beschreibt, dass der Maurermeister Michael Christa aus Zusamaltheim den Bauplan erstellte und dass Regierungsbauinspektor Eduard Rüber den Entwurf überarbeitete, vermutlich im Auftrag der Königlichen Baukommission. Als Vorbild diente die Münchner Synagoge, die wiederum im klassizistischen Stil von Jean Baptiste Métivier entworfen worden war. Aus dieser Verbindung von lokalem Handwerk und überregionalen Vorbildern entstand ein Bauwerk, das in der damaligen Umgebung sehr ungewöhnlich wirkte und gerade deshalb bis heute auffällt. Die regionalen Tourismus- und Denkmalschutzquellen betonen, dass die ehemalige Synagoge heute als älteste neomaurische Synagoge Deutschlands gilt. Diese Einordnung erklärt, warum das Gebäude nicht nur für jüdische Geschichte, sondern auch für Architekturgeschichte und Denkmalpflege wichtig ist. Der Denkmalwert liegt dabei nicht nur in der äußeren Form, sondern auch in der Lesbarkeit der Geschichte: Das Gebäude steht auf dem Platz einer älteren Synagoge, wurde nach der Pogromnacht entweiht, später als Lagerraum und Magazin genutzt und erst nach der Restaurierung wieder als Ort des würdevollen Erinnerns zurückgewonnen. Gerade in dieser Schichtung von Bauphasen wird die Qualität des Ortes deutlich. Wer heute vor der Synagoge steht, sieht daher nicht nur einen schönen historischen Bau, sondern ein seltenes Beispiel dafür, wie Architektur, religiöse Geschichte und regionale Erinnerung miteinander verbunden sind. ([hdbg.eu](https://hdbg.eu/juedisches_leben/synagoge/binswangen/109))
Jüdischer Friedhof und Erinnerungsorte im Ort
Die Alte Synagoge ist in Binswangen nicht der einzige Ort, an dem jüdische Geschichte sichtbar wird. Der Förderkreis weist darauf hin, dass auf Wunsch auch eine Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen gebucht werden kann. Das erweitert den Blick auf das jüdische Landjudentum, weil Gotteshaus, Friedhof und ehemaliger Wohnort zusammen ein vielschichtiges historisches Bild ergeben. Auch das Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben führt Binswangen als ehemaligen Netzwerkort und betont damit die Bedeutung des Standorts für die regionale Erinnerungskultur. Die Website des Dillinger Landes hebt zusätzlich hervor, dass die Geschichte und das Ortsbild von Binswangen stark vom Judentum geprägt wurden und dass auch das Schillinghaus als ehemaliges Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Baldauf zu den sichtbaren Spuren gehört. Damit entsteht in Binswangen kein isolierter Einzelort, sondern ein Ensemble aus Erinnerung, Baukultur und Ortsgeschichte. Wer sich für jüdische Geschichte interessiert, kann hier besonders gut nachvollziehen, wie jüdisches Leben über Jahrhunderte den Alltag, den Handel und das Selbstverständnis eines Dorfes mitgeprägt hat. Zugleich zeigt der Ort, wie wichtig die heutige Vermittlung ist: Ohne erklärte Rundgänge, ergänzende Führungen und verlässliche Informationen würden viele dieser Spuren übersehen. Gerade deshalb ist die Kombination aus Synagoge, Friedhof, Schillinghaus und regionaler Geschichtsvermittlung so stark. Sie macht die Alte Synagoge Binswangen zu einem geeigneten Ziel für Schulprojekte, historische Spaziergänge und kulturinteressierte Besucher, die nicht nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Erinnerungsnetz verstehen möchten. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Anfahrt, Adresse und praktische Hinweise für den Besuch
Für die Anfahrt ist die offizielle Adresse besonders klar: Judengasse 3, 86637 Binswangen. Diese Anschrift nennen sowohl der Förderkreis als auch das Haus der Bayerischen Geschichte, sodass Besucher eine verlässliche Orientierung haben. Praktisch wichtig ist außerdem, dass die Alte Synagoge nicht als frei zugängliches Dauermuseum organisiert ist, sondern nach Voranmeldung besucht wird. Daraus ergibt sich für Besucher ganz automatisch der beste Ablauf: Erst Termin mit der Geschäftsstelle abstimmen, dann die Führung oder den Einzelbesuch planen und bei Bedarf auch den Film oder den Friedhofsrundgang einbeziehen. Für Rückfragen ist die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau zuständig, telefonisch unter 09071 51-145; als E-Mail-Kontakt wird Lydia.Edin@landratsamt.dillingen.de genannt, erreichbar zu den Bürozeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Diese Angaben sind besonders nützlich, wenn eine Gruppe anreist, ein Schultermin gewünscht ist oder man eine kulturelle Veranstaltung besuchen möchte. Die Lage im Ort ist für einen historischen Rundgang sehr gut geeignet, weil sich in Binswangen weitere Spuren jüdischer Geschichte erhalten haben und das gesamte Umfeld den Charakter eines gewachsenen Erinnerungsortes hat. Wer den Besuch vorbereitet, sollte also nicht nur die Synagoge selbst einplanen, sondern genügend Zeit für den Kontext nehmen: Geschichte lesen, Führung buchen, Friedhof und weitere Erinnerungsorte einbeziehen und vielleicht am Ende eine Veranstaltung besuchen. Genau so entfaltet die Alte Synagoge Binswangen ihre volle Wirkung als Ort, an dem sich Informationen, Atmosphäre und Erinnerung sinnvoll verbinden. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Quellen:
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Führungen
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Jüdisches Leben in Binswangen
- Landratsamt Dillingen - Synagoge Binswangen
- Haus der Bayerischen Geschichte - Binswangen (Synagoge)
- Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben - Binswangen
- Dillinger Land - Binswangen
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Synagoge Binswangen | Besichtigung & Veranstaltungen
Die Alte Synagoge Binswangen in der Judengasse 3 ist weit mehr als ein historisches Gebäude. Sie ist ein Ort, an dem die jüdische Geschichte des Dorfes sichtbar bleibt, an dem Erinnerung gepflegt wird und an dem Kultur heute wieder selbstverständlich stattfindet. Wer nach einer Synagoge in Binswangen sucht, findet hier keine anonyme Sehenswürdigkeit, sondern ein Haus mit klarer Identität: ein ehemaliges Gotteshaus, das nach schweren Brüchen des 20. Jahrhunderts umfassend restauriert wurde und heute als Begegnungsstätte, Lernort und Veranstaltungsraum dient. Der besondere Reiz liegt in dieser Verbindung von Baugeschichte, Dorferinnerung und lebendiger Nutzung. Besucher können das Haus nach Voranmeldung kostenlos besichtigen, Führungen buchen und auf Wunsch auch den jüdischen Friedhof am Ortsrand von Buttenwiesen einbeziehen. Damit wird die Synagoge zu einem kompakten, aber sehr dichten Zugangspunkt für jüdisches Landleben in Bayerisch-Schwaben. Die regionalen Quellen betonen außerdem die außergewöhnliche architektonische Bedeutung: Das Gebäude gehört zu den frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Elementen in Deutschland und prägt bis heute das Ortsbild von Binswangen. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Besichtigung nach Voranmeldung und Führungen
Für viele Besucher ist die Frage nach der Besichtigung die wichtigste überhaupt, und genau hier bietet die Alte Synagoge Binswangen eine sehr klare Lösung. Der Förderkreis Synagoge Binswangen teilt mit, dass das Haus nach Voranmeldung besucht werden kann; der Eintritt ist frei. Als Kontakt wird die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau genannt, außerdem werden feste Bürozeiten am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 8 und 12 Uhr angegeben. Das ist für die praktische Planung besonders hilfreich, weil man nicht auf eine klassische tägliche Museumsöffnung angewiesen ist, sondern den Besuch gezielt abstimmen kann. Wer sich für eine Führung entscheidet, erhält zusätzlich fachkundige Begleitung. Laut offizieller Seite vermittelt die Geschäftsstelle bei Bedarf Führungen durch kompetente Personen, und auf Wunsch kann dabei auch der Film „Die Shul bewahren …“ gezeigt werden, der die Geschichte der Juden in Binswangen und Schwaben sowie die Entwicklung der Synagoge erläutert. Genau das macht den Besuch so wertvoll: Man sieht nicht nur Räume, sondern versteht auch die geschichtliche Tiefe des Ortes. Für Gruppen, Schulklassen oder Vereine ist zudem interessant, dass sich der Besuch mit einer Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen kombinieren lässt. Diese Verknüpfung schafft einen größeren historischen Zusammenhang und macht die Synagoge zu einem idealen Ausgangspunkt für einen thematischen Rundgang. Da die offizielle Website klare Voranmeldung empfiehlt, ist eine frühe Terminabsprache sinnvoll, besonders wenn mehrere Personen kommen oder ein thematischer Führungswunsch besteht. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Alten Synagoge
Die Alte Synagoge Binswangen ist heute nicht nur Erinnerungsort, sondern auch ein aktives Kulturzentrum. Der Förderkreis beschreibt die Nutzung ausdrücklich als vielfältig: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Festakte und schulische Veranstaltungen inklusive Unterricht finden hier statt. Das Gebäude kann gegen einen Unkostenbeitrag sogar für eigene Veranstaltungen gemietet werden, was seine Rolle als lebendiger Ort im Dorf und in der Region unterstreicht. Gerade diese doppelte Funktion ist bemerkenswert: Die Synagoge bleibt als Denkmal sichtbar, wird aber nicht museal erstarrt, sondern in einem verantwortungsvollen Rahmen weiter genutzt. In jüngeren Veranstaltungsankündigungen zeigt sich die Bandbreite besonders deutlich. So standen und stehen in der Alten Synagoge unter anderem A-cappella-Pop und Jazz mit JABEC, Klezmer- und Erinnerungskonzepte mit dem Ensemble Feygele sowie ein Jubiläumskonzert mit Duo Burstein & Legnani auf dem Programm. Auch die Gemeinde Binswangen veröffentlicht Veranstaltungshinweise zur Alten Synagoge, was bestätigt, dass der Ort in das aktuelle kulturelle Leben eingebunden bleibt. Inhaltlich passt diese Nutzung sehr gut zur Geschichte des Hauses: Musik, Lesung und Ausstellung sind Formate, die einerseits Konzentration und Nähe ermöglichen, andererseits die Erinnerung an jüdisches Leben respektvoll sichtbar machen. Wer eine Synagoge in Binswangen mit echtem kulturellem Mehrwert sucht, findet hier also keinen reinen Gedenkort, sondern einen Ort, an dem Gegenwart und Vergangenheit zusammenkommen. Das ist für Besucher, Schulen, Vereine und Kulturinteressierte gleichermaßen attraktiv und erklärt, warum die Alte Synagoge weit über die Gemeinde hinaus bekannt ist. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Binswangen
Die Geschichte der Synagoge ist ohne die jüdische Gemeinde Binswangen nicht zu verstehen. Auf der offiziellen Seite des Förderkreises werden erste Nachweise von Juden in Binswangen für die Jahre 1525, 1531 und 1536 genannt. Später wird ein jüdischer Friedhof im Jahr 1663 angelegt, und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebt die Gemeinde eine Phase starker Größe und Selbstorganisation. Für 1808 nennt die Quellenlage 69 jüdische Haushalte mit 291 Personen, die in Binswangen vor allem vom Handel und von lokalen Wirtschaftsbeziehungen lebten. Die alte Synagoge, die erstmals 1609 erwähnt wird, war schließlich zu klein geworden, weshalb die Gemeinde 1833 den Beschluss fasste, eine neue „Schul“ auf dem Platz der alten Synagoge zu bauen. Die Einweihung des neuen Gotteshauses erfolgte 1837. Dieses Datum ist nicht nur für Binswangen wichtig, sondern auch für die jüdische Baugeschichte in Süddeutschland, denn das Haus wurde später als bedeutender historistischer und neomaurischer Bau erkannt. Die dunkle Zäsur kam in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, als die Inneneinrichtung geplündert und zerstört wurde. Dass das Gebäude selbst nicht in Flammen aufging, lag nach dem Förderkreis an der engen Bebauung und der dadurch entstehenden Brandgefahr. In den folgenden Jahren wurde das Haus verschieden genutzt, unter anderem als Lager- und Depotraum, bevor es 1987 in den Besitz des Landkreises Dillingen an der Donau kam. Nach umfassender Renovierung wurde es 1996 als Alte Synagoge Binswangen wiedereröffnet. Diese Abfolge aus Blüte, Verfolgung, Verlust und Wiedergewinnung prägt den Ort bis heute und macht ihn zu einem wichtigen Erinnerungsraum des jüdischen Lebens in Schwaben. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/juedisches-leben/in-binswangen/))
Architektur im neomaurischen Stil und Denkmalwert
Architektonisch gehört die Synagoge Binswangen zu den bemerkenswertesten Synagogenbauten in Bayern. Das Haus wurde 1836/37 errichtet und gilt in regionalen und fachlichen Quellen als eine der frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Stilelementen. Das Haus der Bayerischen Geschichte beschreibt, dass der Maurermeister Michael Christa aus Zusamaltheim den Bauplan erstellte und dass Regierungsbauinspektor Eduard Rüber den Entwurf überarbeitete, vermutlich im Auftrag der Königlichen Baukommission. Als Vorbild diente die Münchner Synagoge, die wiederum im klassizistischen Stil von Jean Baptiste Métivier entworfen worden war. Aus dieser Verbindung von lokalem Handwerk und überregionalen Vorbildern entstand ein Bauwerk, das in der damaligen Umgebung sehr ungewöhnlich wirkte und gerade deshalb bis heute auffällt. Die regionalen Tourismus- und Denkmalschutzquellen betonen, dass die ehemalige Synagoge heute als älteste neomaurische Synagoge Deutschlands gilt. Diese Einordnung erklärt, warum das Gebäude nicht nur für jüdische Geschichte, sondern auch für Architekturgeschichte und Denkmalpflege wichtig ist. Der Denkmalwert liegt dabei nicht nur in der äußeren Form, sondern auch in der Lesbarkeit der Geschichte: Das Gebäude steht auf dem Platz einer älteren Synagoge, wurde nach der Pogromnacht entweiht, später als Lagerraum und Magazin genutzt und erst nach der Restaurierung wieder als Ort des würdevollen Erinnerns zurückgewonnen. Gerade in dieser Schichtung von Bauphasen wird die Qualität des Ortes deutlich. Wer heute vor der Synagoge steht, sieht daher nicht nur einen schönen historischen Bau, sondern ein seltenes Beispiel dafür, wie Architektur, religiöse Geschichte und regionale Erinnerung miteinander verbunden sind. ([hdbg.eu](https://hdbg.eu/juedisches_leben/synagoge/binswangen/109))
Jüdischer Friedhof und Erinnerungsorte im Ort
Die Alte Synagoge ist in Binswangen nicht der einzige Ort, an dem jüdische Geschichte sichtbar wird. Der Förderkreis weist darauf hin, dass auf Wunsch auch eine Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen gebucht werden kann. Das erweitert den Blick auf das jüdische Landjudentum, weil Gotteshaus, Friedhof und ehemaliger Wohnort zusammen ein vielschichtiges historisches Bild ergeben. Auch das Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben führt Binswangen als ehemaligen Netzwerkort und betont damit die Bedeutung des Standorts für die regionale Erinnerungskultur. Die Website des Dillinger Landes hebt zusätzlich hervor, dass die Geschichte und das Ortsbild von Binswangen stark vom Judentum geprägt wurden und dass auch das Schillinghaus als ehemaliges Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Baldauf zu den sichtbaren Spuren gehört. Damit entsteht in Binswangen kein isolierter Einzelort, sondern ein Ensemble aus Erinnerung, Baukultur und Ortsgeschichte. Wer sich für jüdische Geschichte interessiert, kann hier besonders gut nachvollziehen, wie jüdisches Leben über Jahrhunderte den Alltag, den Handel und das Selbstverständnis eines Dorfes mitgeprägt hat. Zugleich zeigt der Ort, wie wichtig die heutige Vermittlung ist: Ohne erklärte Rundgänge, ergänzende Führungen und verlässliche Informationen würden viele dieser Spuren übersehen. Gerade deshalb ist die Kombination aus Synagoge, Friedhof, Schillinghaus und regionaler Geschichtsvermittlung so stark. Sie macht die Alte Synagoge Binswangen zu einem geeigneten Ziel für Schulprojekte, historische Spaziergänge und kulturinteressierte Besucher, die nicht nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Erinnerungsnetz verstehen möchten. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Anfahrt, Adresse und praktische Hinweise für den Besuch
Für die Anfahrt ist die offizielle Adresse besonders klar: Judengasse 3, 86637 Binswangen. Diese Anschrift nennen sowohl der Förderkreis als auch das Haus der Bayerischen Geschichte, sodass Besucher eine verlässliche Orientierung haben. Praktisch wichtig ist außerdem, dass die Alte Synagoge nicht als frei zugängliches Dauermuseum organisiert ist, sondern nach Voranmeldung besucht wird. Daraus ergibt sich für Besucher ganz automatisch der beste Ablauf: Erst Termin mit der Geschäftsstelle abstimmen, dann die Führung oder den Einzelbesuch planen und bei Bedarf auch den Film oder den Friedhofsrundgang einbeziehen. Für Rückfragen ist die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau zuständig, telefonisch unter 09071 51-145; als E-Mail-Kontakt wird Lydia.Edin@landratsamt.dillingen.de genannt, erreichbar zu den Bürozeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Diese Angaben sind besonders nützlich, wenn eine Gruppe anreist, ein Schultermin gewünscht ist oder man eine kulturelle Veranstaltung besuchen möchte. Die Lage im Ort ist für einen historischen Rundgang sehr gut geeignet, weil sich in Binswangen weitere Spuren jüdischer Geschichte erhalten haben und das gesamte Umfeld den Charakter eines gewachsenen Erinnerungsortes hat. Wer den Besuch vorbereitet, sollte also nicht nur die Synagoge selbst einplanen, sondern genügend Zeit für den Kontext nehmen: Geschichte lesen, Führung buchen, Friedhof und weitere Erinnerungsorte einbeziehen und vielleicht am Ende eine Veranstaltung besuchen. Genau so entfaltet die Alte Synagoge Binswangen ihre volle Wirkung als Ort, an dem sich Informationen, Atmosphäre und Erinnerung sinnvoll verbinden. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Quellen:
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Führungen
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Jüdisches Leben in Binswangen
- Landratsamt Dillingen - Synagoge Binswangen
- Haus der Bayerischen Geschichte - Binswangen (Synagoge)
- Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben - Binswangen
- Dillinger Land - Binswangen
Synagoge Binswangen | Besichtigung & Veranstaltungen
Die Alte Synagoge Binswangen in der Judengasse 3 ist weit mehr als ein historisches Gebäude. Sie ist ein Ort, an dem die jüdische Geschichte des Dorfes sichtbar bleibt, an dem Erinnerung gepflegt wird und an dem Kultur heute wieder selbstverständlich stattfindet. Wer nach einer Synagoge in Binswangen sucht, findet hier keine anonyme Sehenswürdigkeit, sondern ein Haus mit klarer Identität: ein ehemaliges Gotteshaus, das nach schweren Brüchen des 20. Jahrhunderts umfassend restauriert wurde und heute als Begegnungsstätte, Lernort und Veranstaltungsraum dient. Der besondere Reiz liegt in dieser Verbindung von Baugeschichte, Dorferinnerung und lebendiger Nutzung. Besucher können das Haus nach Voranmeldung kostenlos besichtigen, Führungen buchen und auf Wunsch auch den jüdischen Friedhof am Ortsrand von Buttenwiesen einbeziehen. Damit wird die Synagoge zu einem kompakten, aber sehr dichten Zugangspunkt für jüdisches Landleben in Bayerisch-Schwaben. Die regionalen Quellen betonen außerdem die außergewöhnliche architektonische Bedeutung: Das Gebäude gehört zu den frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Elementen in Deutschland und prägt bis heute das Ortsbild von Binswangen. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Besichtigung nach Voranmeldung und Führungen
Für viele Besucher ist die Frage nach der Besichtigung die wichtigste überhaupt, und genau hier bietet die Alte Synagoge Binswangen eine sehr klare Lösung. Der Förderkreis Synagoge Binswangen teilt mit, dass das Haus nach Voranmeldung besucht werden kann; der Eintritt ist frei. Als Kontakt wird die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau genannt, außerdem werden feste Bürozeiten am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 8 und 12 Uhr angegeben. Das ist für die praktische Planung besonders hilfreich, weil man nicht auf eine klassische tägliche Museumsöffnung angewiesen ist, sondern den Besuch gezielt abstimmen kann. Wer sich für eine Führung entscheidet, erhält zusätzlich fachkundige Begleitung. Laut offizieller Seite vermittelt die Geschäftsstelle bei Bedarf Führungen durch kompetente Personen, und auf Wunsch kann dabei auch der Film „Die Shul bewahren …“ gezeigt werden, der die Geschichte der Juden in Binswangen und Schwaben sowie die Entwicklung der Synagoge erläutert. Genau das macht den Besuch so wertvoll: Man sieht nicht nur Räume, sondern versteht auch die geschichtliche Tiefe des Ortes. Für Gruppen, Schulklassen oder Vereine ist zudem interessant, dass sich der Besuch mit einer Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen kombinieren lässt. Diese Verknüpfung schafft einen größeren historischen Zusammenhang und macht die Synagoge zu einem idealen Ausgangspunkt für einen thematischen Rundgang. Da die offizielle Website klare Voranmeldung empfiehlt, ist eine frühe Terminabsprache sinnvoll, besonders wenn mehrere Personen kommen oder ein thematischer Führungswunsch besteht. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Alten Synagoge
Die Alte Synagoge Binswangen ist heute nicht nur Erinnerungsort, sondern auch ein aktives Kulturzentrum. Der Förderkreis beschreibt die Nutzung ausdrücklich als vielfältig: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Festakte und schulische Veranstaltungen inklusive Unterricht finden hier statt. Das Gebäude kann gegen einen Unkostenbeitrag sogar für eigene Veranstaltungen gemietet werden, was seine Rolle als lebendiger Ort im Dorf und in der Region unterstreicht. Gerade diese doppelte Funktion ist bemerkenswert: Die Synagoge bleibt als Denkmal sichtbar, wird aber nicht museal erstarrt, sondern in einem verantwortungsvollen Rahmen weiter genutzt. In jüngeren Veranstaltungsankündigungen zeigt sich die Bandbreite besonders deutlich. So standen und stehen in der Alten Synagoge unter anderem A-cappella-Pop und Jazz mit JABEC, Klezmer- und Erinnerungskonzepte mit dem Ensemble Feygele sowie ein Jubiläumskonzert mit Duo Burstein & Legnani auf dem Programm. Auch die Gemeinde Binswangen veröffentlicht Veranstaltungshinweise zur Alten Synagoge, was bestätigt, dass der Ort in das aktuelle kulturelle Leben eingebunden bleibt. Inhaltlich passt diese Nutzung sehr gut zur Geschichte des Hauses: Musik, Lesung und Ausstellung sind Formate, die einerseits Konzentration und Nähe ermöglichen, andererseits die Erinnerung an jüdisches Leben respektvoll sichtbar machen. Wer eine Synagoge in Binswangen mit echtem kulturellem Mehrwert sucht, findet hier also keinen reinen Gedenkort, sondern einen Ort, an dem Gegenwart und Vergangenheit zusammenkommen. Das ist für Besucher, Schulen, Vereine und Kulturinteressierte gleichermaßen attraktiv und erklärt, warum die Alte Synagoge weit über die Gemeinde hinaus bekannt ist. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Binswangen
Die Geschichte der Synagoge ist ohne die jüdische Gemeinde Binswangen nicht zu verstehen. Auf der offiziellen Seite des Förderkreises werden erste Nachweise von Juden in Binswangen für die Jahre 1525, 1531 und 1536 genannt. Später wird ein jüdischer Friedhof im Jahr 1663 angelegt, und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebt die Gemeinde eine Phase starker Größe und Selbstorganisation. Für 1808 nennt die Quellenlage 69 jüdische Haushalte mit 291 Personen, die in Binswangen vor allem vom Handel und von lokalen Wirtschaftsbeziehungen lebten. Die alte Synagoge, die erstmals 1609 erwähnt wird, war schließlich zu klein geworden, weshalb die Gemeinde 1833 den Beschluss fasste, eine neue „Schul“ auf dem Platz der alten Synagoge zu bauen. Die Einweihung des neuen Gotteshauses erfolgte 1837. Dieses Datum ist nicht nur für Binswangen wichtig, sondern auch für die jüdische Baugeschichte in Süddeutschland, denn das Haus wurde später als bedeutender historistischer und neomaurischer Bau erkannt. Die dunkle Zäsur kam in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, als die Inneneinrichtung geplündert und zerstört wurde. Dass das Gebäude selbst nicht in Flammen aufging, lag nach dem Förderkreis an der engen Bebauung und der dadurch entstehenden Brandgefahr. In den folgenden Jahren wurde das Haus verschieden genutzt, unter anderem als Lager- und Depotraum, bevor es 1987 in den Besitz des Landkreises Dillingen an der Donau kam. Nach umfassender Renovierung wurde es 1996 als Alte Synagoge Binswangen wiedereröffnet. Diese Abfolge aus Blüte, Verfolgung, Verlust und Wiedergewinnung prägt den Ort bis heute und macht ihn zu einem wichtigen Erinnerungsraum des jüdischen Lebens in Schwaben. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/juedisches-leben/in-binswangen/))
Architektur im neomaurischen Stil und Denkmalwert
Architektonisch gehört die Synagoge Binswangen zu den bemerkenswertesten Synagogenbauten in Bayern. Das Haus wurde 1836/37 errichtet und gilt in regionalen und fachlichen Quellen als eine der frühesten historistischen Synagogen mit neomaurischen Stilelementen. Das Haus der Bayerischen Geschichte beschreibt, dass der Maurermeister Michael Christa aus Zusamaltheim den Bauplan erstellte und dass Regierungsbauinspektor Eduard Rüber den Entwurf überarbeitete, vermutlich im Auftrag der Königlichen Baukommission. Als Vorbild diente die Münchner Synagoge, die wiederum im klassizistischen Stil von Jean Baptiste Métivier entworfen worden war. Aus dieser Verbindung von lokalem Handwerk und überregionalen Vorbildern entstand ein Bauwerk, das in der damaligen Umgebung sehr ungewöhnlich wirkte und gerade deshalb bis heute auffällt. Die regionalen Tourismus- und Denkmalschutzquellen betonen, dass die ehemalige Synagoge heute als älteste neomaurische Synagoge Deutschlands gilt. Diese Einordnung erklärt, warum das Gebäude nicht nur für jüdische Geschichte, sondern auch für Architekturgeschichte und Denkmalpflege wichtig ist. Der Denkmalwert liegt dabei nicht nur in der äußeren Form, sondern auch in der Lesbarkeit der Geschichte: Das Gebäude steht auf dem Platz einer älteren Synagoge, wurde nach der Pogromnacht entweiht, später als Lagerraum und Magazin genutzt und erst nach der Restaurierung wieder als Ort des würdevollen Erinnerns zurückgewonnen. Gerade in dieser Schichtung von Bauphasen wird die Qualität des Ortes deutlich. Wer heute vor der Synagoge steht, sieht daher nicht nur einen schönen historischen Bau, sondern ein seltenes Beispiel dafür, wie Architektur, religiöse Geschichte und regionale Erinnerung miteinander verbunden sind. ([hdbg.eu](https://hdbg.eu/juedisches_leben/synagoge/binswangen/109))
Jüdischer Friedhof und Erinnerungsorte im Ort
Die Alte Synagoge ist in Binswangen nicht der einzige Ort, an dem jüdische Geschichte sichtbar wird. Der Förderkreis weist darauf hin, dass auf Wunsch auch eine Besichtigung des jüdischen Friedhofs am Ortsrand von Buttenwiesen gebucht werden kann. Das erweitert den Blick auf das jüdische Landjudentum, weil Gotteshaus, Friedhof und ehemaliger Wohnort zusammen ein vielschichtiges historisches Bild ergeben. Auch das Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben führt Binswangen als ehemaligen Netzwerkort und betont damit die Bedeutung des Standorts für die regionale Erinnerungskultur. Die Website des Dillinger Landes hebt zusätzlich hervor, dass die Geschichte und das Ortsbild von Binswangen stark vom Judentum geprägt wurden und dass auch das Schillinghaus als ehemaliges Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Baldauf zu den sichtbaren Spuren gehört. Damit entsteht in Binswangen kein isolierter Einzelort, sondern ein Ensemble aus Erinnerung, Baukultur und Ortsgeschichte. Wer sich für jüdische Geschichte interessiert, kann hier besonders gut nachvollziehen, wie jüdisches Leben über Jahrhunderte den Alltag, den Handel und das Selbstverständnis eines Dorfes mitgeprägt hat. Zugleich zeigt der Ort, wie wichtig die heutige Vermittlung ist: Ohne erklärte Rundgänge, ergänzende Führungen und verlässliche Informationen würden viele dieser Spuren übersehen. Gerade deshalb ist die Kombination aus Synagoge, Friedhof, Schillinghaus und regionaler Geschichtsvermittlung so stark. Sie macht die Alte Synagoge Binswangen zu einem geeigneten Ziel für Schulprojekte, historische Spaziergänge und kulturinteressierte Besucher, die nicht nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Erinnerungsnetz verstehen möchten. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Anfahrt, Adresse und praktische Hinweise für den Besuch
Für die Anfahrt ist die offizielle Adresse besonders klar: Judengasse 3, 86637 Binswangen. Diese Anschrift nennen sowohl der Förderkreis als auch das Haus der Bayerischen Geschichte, sodass Besucher eine verlässliche Orientierung haben. Praktisch wichtig ist außerdem, dass die Alte Synagoge nicht als frei zugängliches Dauermuseum organisiert ist, sondern nach Voranmeldung besucht wird. Daraus ergibt sich für Besucher ganz automatisch der beste Ablauf: Erst Termin mit der Geschäftsstelle abstimmen, dann die Führung oder den Einzelbesuch planen und bei Bedarf auch den Film oder den Friedhofsrundgang einbeziehen. Für Rückfragen ist die Geschäftsstelle des Förderkreises im Landratsamt Dillingen an der Donau zuständig, telefonisch unter 09071 51-145; als E-Mail-Kontakt wird Lydia.Edin@landratsamt.dillingen.de genannt, erreichbar zu den Bürozeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Diese Angaben sind besonders nützlich, wenn eine Gruppe anreist, ein Schultermin gewünscht ist oder man eine kulturelle Veranstaltung besuchen möchte. Die Lage im Ort ist für einen historischen Rundgang sehr gut geeignet, weil sich in Binswangen weitere Spuren jüdischer Geschichte erhalten haben und das gesamte Umfeld den Charakter eines gewachsenen Erinnerungsortes hat. Wer den Besuch vorbereitet, sollte also nicht nur die Synagoge selbst einplanen, sondern genügend Zeit für den Kontext nehmen: Geschichte lesen, Führung buchen, Friedhof und weitere Erinnerungsorte einbeziehen und vielleicht am Ende eine Veranstaltung besuchen. Genau so entfaltet die Alte Synagoge Binswangen ihre volle Wirkung als Ort, an dem sich Informationen, Atmosphäre und Erinnerung sinnvoll verbinden. ([synagoge-binswangen.de](https://www.synagoge-binswangen.de/alte-synagoge/fuehrungen/))
Quellen:
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Führungen
- Förderkreis Synagoge Binswangen e.V. - Jüdisches Leben in Binswangen
- Landratsamt Dillingen - Synagoge Binswangen
- Haus der Bayerischen Geschichte - Binswangen (Synagoge)
- Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben - Binswangen
- Dillinger Land - Binswangen
Bevorstehende Veranstaltungen
Häufig gestellte Fragen
Bewertungen
oprea stefan
23. Juni 2025
Sehr schön und ruhig...
Sabine Jahrisch
26. Juli 2025
Toller Ort.
Andreas Futschik
22. Januar 2017
Diese einzigartige jüdische Land-Synagoge kann nach vorheriger telefonischer Vereinbarung mit dem Landratsamt Dillingen an der Donau besucht werden. Sie war eines der wenigen jüdischen Gotteshäuser, die während der Kristallnacht 1938 nicht zerstört wurden.
Simone Motus
27. Dezember 2025
Wunderschön
Ulrich Kunisch
23. Dezember 2023
Leider habe ich keinen Platz bekommen. Bin trotzdem hingegangen.

